Welches Wort beschreibt Duderstadt am besten? Welche Herausforderungen kommen auf die Stadt und ihre Bürger zu? Wie wirkt sich der demografische Wandel aus? Könnte Duderstadt Sehnsuchtsort für Großstädter werden? Wie wird die Mobilität künftig aussehen – zwischen den umliegenden Dörfern und Duderstadt oder zwischen Duderstadt, Heiligenstadt und Göttingen?

Die Konferenz-Teilnehmer stellen sich die Zukunft ihrer Stadt und ihrer Region vor, beschreiben sie und zeichnen sie auf. Ottobock-Chef Prof. Hans Georg Näder hat seine Visionen bereits im Vorfeld der Veranstaltung niedergeschrieben und ebenfalls seine rund 60 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Bildung, Gesundheit, Kultur und Gesellschaft gebeten, dies zu tun. Das Ergebnis: viele informative und kreative Plakate – sowohl inhaltlich und als auch optisch. Sie bilden den Ausgangspunkt für die gemeinsamen Gespräche im Juni 2015.

Mehr als 200 Ideen und Ansätze kommen an nur einem Tag zusammen. Auf deren Grundlage wird später ein Zukunftsbuch mit unterschiedlichen Szenarien, wie das Leben in Duderstadt und in der Region einmal aussehen könnte, erscheinen. Dafür zuständig ist das Team der Kommunikationsagentur urbanista aus Hamburg, das zusammen mit der Stadtentwicklungsinitiative Duderstadt2020 durch die Zukunftskonferenz führt. Denkanstöße gibt zusätzlich ein Vortrag von Christian Blümelhuber. Der Professor für strategische Organisationskommunikation der Universität der Künste in Berlin spricht von Kreativität, Energie und Mut, die Dinge einfach auszuprobieren. „Die Welt der Zukunft ist die Welt des Risikos. Sich der Herausforderung nicht zu stellen, ist fahrlässig.“ Blümelhuber wird aus den Ergebnissen der Zukunftskonferenz ein Gesellschaftsspiel entwickeln.

Für die Zukunftskonferenz steht symbolisch das Max Näder Haus, in dem Firmengeschichte und Innovationen zusammenkommen. Zwei Jahre lang wurde das ehemalige Wohnhaus der Unternehmerfamilie am Hindenburgring in Duderstadt saniert, modernisiert und um einen futuristischen Anbau erweitert. Das Haus soll zum Ort der Begegnung und des regen Austauschs werden. Die Zukunftskonferenz einen Tag nach der offiziellen Eröffnung im Sommer 2015 bildet den Anfang. „Duderstadt war stets unser Heimathafen. Von hier aus sind Vater und ich in die Welt“, erinnert sich Prof. Hans Georg Näder.

Zum Lebens- und Arbeitsraum Eichsfeld wird sachlich, emotional und zielführend rund sieben Stunden lang diskutiert – während der Gruppenrunden und selbst in den Pausen im Garten des Max Näder Hauses gehen die Diskussionen weiter. „Es liegt an uns, was wir aus unserem Lebensraum machen. Er ist wie ein Wohnzimmer, manches Mal muss man dafür neue Tapeten besorgen“, sagt Prof. Hans Georg Näder.